Eigenproduktion

PREMIERE

Vom Fliehen und vom Fliegen

Preise:
Eintritt: 23,00 Euro
Ermäßigung: 18,00 Euro

Eine philosophische Musiktheaterperformance von BERIVAN KAYA nach Texten von INGEBORG BACHMANN

Mit Carolyn Breuer, Berivan Kaya und Fatima Dramé.

Regie: Burchard Dabinnus

Bühnenbild: Peter Schultze

weitere Termine:
Sa, 20.01. / 20:00 
Do, 25.01. / 20:00 
Fr, 26.01. / 20:00
Sa, 27.01. / 20:00
So, 28.01. / 18:00
Do, 15.02. / 20:00
Do, 22.02. / 20:00

 

Karten

In der Parabel von Ingeborg Bachmann wird die Geschichte einer kleinen Angestellten erzählt, die sich brav Tag für Tag im Hamsterrad abstrampelt, bis sie eines Tages in einem dubiosen Geschäft landet, in dem Träume verkauft werden. „Wissen Sie denn nicht, dass man Träume nicht mit Geld bezahlen kann? Sie kosten Zeit, “ sagt der Verkäufer dieses Geschäftes. Doch genau das ist es, was sie sich nicht leisten kann, so gern sie auch würde.

Sie wird krank und verliert ihre Arbeit. Die Parabel endet damit:„ Jetzt hat sie sehr viel Zeit, doch wofür?“

In unsrer Erzählung möchten wir nicht so düster enden. Die Protagonistin wird ebenfalls in dem Traumladen mit ihren alten Erinnerungen und Sehnsüchten konfrontiert, die sie bereits verdrängt hat. Es will ihr jedoch nicht gelingen: Die Geister, die sie rief, in dem sie die magische Tür in ihr Unterbewusstes geöffnet hat, möchten fliegen und treiben so manchen Schabernack. Es geht um den Kampf des kleinen Individuums mit einem perfektionierten System, das keine Freiräume mehr zulässt. Um das Gefühl der Ohnmacht angesichts einer großen unpersönlichen Macht.

 

Irgendwie Ohnmächtig

„Irgendjemand hat von irgendjemand

Den Auftrag irgendetwas zu tun

Irgendjemand hat die Verantwortung und gibt

Irgendjemand irgendetwas zu tun

Der, der den Auftrag hat, muss das, was er tun soll

Irgendwie tun, auch wenn er irgendwie nicht genau weiß,

 warum er es tun soll 

auch wenn es irgendwie nicht sinnvoll ist

muss er es trotzdem irgendwie machen

man selbst kann irgendwie nichts machen,

da der, der dafür verantwortlich ist, irgendwo ist

und bis der dann irgendwann davon erfährt,

hat der, der es ausführen soll, es irgendwie schon ausgeführt

wenn man irgendjemanden sucht,

der irgendwie für irgendetwas

das ausgeführt werden soll die Verantwortung hat

und den dann irgendwann findet

ist es dann irgendwie schon zu spät“  (Berivan Kaya)

 

Es geht aber auch um den Überlebenswillen und die unfreiwillige Komik, die entsteht beim „Strampeln“.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht…

In einer offeneren Form als dieser linear erzählten Geschichte, wollen wir uns diesem Thema in einer Fragestellung nähern und immer wieder die äußeren Umstände, der sogenannten Realität in Frage stellen.

Gibt es eine reale Chance, oder ist der Einzelne in diesen immer technischer werdenden Abläufen des heutigen Lebens rettungslos verloren? 

Berivan Kaya
aufgewachsen ist sie im Münchner Stadtteil Pasing - ist die Tochter einer Ostpreußin und eines Kurden.. In ihrer Familie wurde neben ihrer deutschen Muttersprache persisch, türkisch, kurdisch und arabisch gesprochen.Sprache war dadurch für sie nicht nur Inhalt, sondern auch Klang und prägte früh ihr musikalisches Gehör. Kayas Ziel ist es, den Träumen und inneren Reisen in einer Zeit voller Schnell- und Kurzlebigkeit intensiv und verschwenderisch Raum zu geben, die eigene Realität ganz neu und unverfälscht zu erleben. 


„Das Schönste am Schlafen ist die Möglichkeit, Gehörtes und nie Gehörtes, Gesehenes und nie Gesehenes, Gewusstes und nicht Gewusstes in aller Ruhe durcheinanderbringen zu können.“ (Berivan Kaya)

Seit 1993 ist sie erfolgreiche TV-Schauspielerin unter anderem bei „Almanya“ (2009, Regie Yasemin Samdereli) „Polizeiruf 110: Smoke on the Water“ (2014,Regie: Dominik Graf), „Lola auf der Erbse“, Kinofilm für Kinder (2013, Regie: Thomas Heinemann) und in „SOKO MÜNCHEN“ (2017, Regie: Frauke Thielecke) mit.

Als Regisseurin war Kaya bisher am Bayerischen Staatsschauspiel mit dem Stück „From Dusk till Dorn“, am Ballhaus Naunynstrasse Berlin mit „Absolut schön und kleinkariert...“ und am 7. Internationalen Literaturfest in Berlin mit „Weh mir, wo soll ich leben, wo soll ich bleiben“ tätig.

 

Fatima Dramé
Fatima Dramé ist im Allgäu geboren und im Kreise einer musikalischen Familie aufgewachsen. Ihr Vater stammt aus Guinea (Westafrika), ihre Mutter ist halb Türkin, halb Ägypterin, in Bulgarien geboren und in Bukarest (Rumänien) aufgewachsen.

1996 startet sie mit ihrem ersten Charterfolg „Wake Up“ ihre internationale Musikkarriere unter dem Künstlernamen „Faray“. Von 1996 bis 2001 ist sie bei Sony Music und Universal/Polydor unter Vertrag. Sie veröffentlicht einige Videoclips (Viva/MTV) und weitere Singles. Darüber hinaus arbeitet sie als Songwriterin, Moderatorin

(u.a. BRAVO TV) und Model.

Aus ihrer Leidenschaft für Theater und Film, entstehen u.a. der Kurzfilm „Ondinas“ (2003) von Julia Thurnau und das Theaterprojekt „Undine“ (2003) von Berivan Kaya.
Ausserdem im Marstall des Bayerischen Staatsschauspiels „Returning“ (2009) und „Hikikomori goes Utopia“ (2010) ebenfalls in der Regie von Berivan Kaya.

Sie arbeitet vermehrt in den Bereichen Film und Theater u.a. zusammen mit dem Aktionskünstler „Flatz“ und dem berühmt-berüchtigten Filmregisseur Ulli Lommel.
2013 wird sie von Frank Castorf für „Reise ans Ende der Nacht“ entdeckt. Das am Münchener Residenztheater aufgeführte Stück wird zum Theatertreffen eingeladen und als eines der stärksten neueren Stücke von Castorf gehandelt.

Durch ihre große Zuneigung zu Musik und Theater und arbeitet sie heute verstärkt als Songwriterin für Werbe-, TV- und Theaterproduktionen.

Carolyn Breuer
stammt aus München. Ihr Vater, der renomierte Jazz-Posaunist und Pianist Hermann Breuer weihte seine Tochter, die vom Klavier- zum klassischen Saxophon-Unterricht gewechselt war, in sämtliche Geheimnisse der Jazzmusik ein. Die abendliche Hausmusik mit dem Vater wurde zum "Ritual", Musik zum festen Bestandteil ihres Lebens. Sie studierte in Hilversum (Holland) und New York City (bei George Coleman und Branford Marsalis), spielte mit ihrem eigenen Quartett auf internationalen Bühnen. Roger Willemsen widmete ihr 2002 ein eigenes Fernseh-Portrait was Carolyn grosse öffentliche Aufmerksamkeit brachte. Sie gestaltete die Musik zu Willemsen´s Abend bei der LitCologne 2014 und dem von Willemsen moderierten Grimme-Preis. Auf ihrem Plattenlabel „Not-Now-Mom-Records“ veröffentlichte sie bisher 13 CD´s. Die CD „Serenade“ wurde 2003 mit dem Heidelberger Künstlerinnen-Preis ausgezeichnet.

Carolyn Breuer wird in der Produktion „Vom Fliehen und vom Fliegen“ die Welt der Träume mit ihrem verzaubernden Saxophonspiel auf die Bühne bringen.

Peter Schultze
wurde 1971 in München geboren. Nach einer Ausbildung an der Bayerischen Staatsoper studierte er Bühnen- und Kostümbild an der Universität Mozarteum. Er war anschließend Ausstattungsassistent am Bayerischen Staatsschauspiel unter der Leitung von Dieter Dorn und begann dort auch seine Laufbahn als Bühnen- und Kostümbildner. Seit 2006 arbeitet er als freischaffender Bühnen- und Kostümbildner für verschiedene Münchner Theater, unter anderem am Theater Viel Lärm um Nichts, am Hofspielhaus und den Theaterspielen in der Glyptothek, außerdem am Theater in Eggenfelden und am Ballhaus Naunynstraße in Berlin. Mit Bêrîvan Kaya verbindet ihn eine kontinuierliche Zusammenarbeit seit 2010.

Burchard Dabinnus
ist Schauspieler, Sprecher und Regisseur.
(http://dabinnus.de/biorgaphie/)
Als Schauspieler war er in zahlreichen Produktionen des Münchner
„Tams“ Theaters, der Münchner freien Szene und im Ensemble  des
Münchner Residenztheaters tätig.
Er realisiert er auch immer wieder eigene Performance und Theater-Projekte.
Zuletzt (mit Förderung des Kulturreferates München) die Produktionen
"mit der Zeit werden wir fertig" (2011) und "Reste von gestern" (2015/16).
Aktuell wurde im Oktober seine BR- Sendung: "Syrer in München, zwei
Geschichten vom Ankommen und Fremdbleiben" ausgestrahlt.

 

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