Isabel Kott

Bilder deiner großen Liebe

Preise:
Eintritt: 21,00 Euro
Ermäßigung: 16,00 Euro

Ein Monolog, basierend auf der Geschichte von "Tschick",

Autor: Wolfgang Herrndorf

 

Projektionen/Zeichnungen: Veit Relin

Regie: Eos Schopohl

Tondesign: Marcus Tronsberg

Fotos & Ausstattung: Nina Strukamp

Photocredit: Janine Guldener

Schauspielerin: Isabel Kott

Sprecher/Stimmen: Rainer Haustein und Christian Buse

Abend-Technik: Robert Schneider

Bühnenfassung: Robert Koall

 

Open Air im Innenhof

mit anschließendem Publikumsgespräch

weitere Termine:

Donnerstag, 04. 07. um 20:30

Donnerstag, 25. 07. um 20:30

Sonntag, 28.07. um 20:30

 

Karten

 

 

 Ein Jahr nach dem Tod von Wolfgang Herrndorf erscheint sein Roman „Bilder deiner großen Liebe“ als unvollendetes Fragment. Es ist die Geschichte der Isa, dem Mädchen von der Müllkippe, welches in Tschick den beiden Helden Andrej und Maik begegnet.

Alles beginnt vor den Toren einer geschlossenen Irrenanstalt: „Verrückt sein heißt ja auch nur, dass man verrückt ist, und nicht bescheuert.“ Aus der Anstalt reißt Isa aus und macht sich auf die Wanderschaft, losgelöst von Raum und Zeit, mit einer Wahrhaftigkeit, die der Welt der Erwachsenen abhanden gekommen ist. Völlig auf sich gestellt und allein wandert sie nachts, barfuß, durch Wälder und Wiesen, an Autobahnen entlang, durch Dörfer und Städte, immer den Sternen nach, nur mit ihrem Tagebuch als Kompass. „Die Sterne wan- dern, und ich wandre auch.“

Isa kann die Sonne anhalten und die Zeit still stehen lassen. Aber ebenso kann sie ganz real die Scheiben eines Supermarkts einschmeißen, uns sich holen was sie braucht, um ihren Hunger zu stillen. Isa ist rotzfrech und eigenwillig. Hart gegen sich selbst. Und gleichzeitig schüchtern, verzagt und melancholisch.

Mit der Einfachheit ihrer Gedanken scheint sie aus der Welt gefallen zu sein. Sie denkt und träumt, und nie weiß man, was erinnert sie, was hat sie wirklich erlebt, und was be- steht nur in ihrer Phantasie? Was ist Wirklichkeit und was ihre Wahrheit? Und dennoch ist sie eine Person, die das tiefe Wissen und die gelebte Erfahrung eines alten Menschen in sich trägt. Sie ist keine Kindfrau, wie man sie in der Literatur antrifft, sie ist eine lebendig Suchende und eine die das Ende kennt. Immer wieder kreisen ihre Gedanken um den Sinn von Leben und Tod, um die Art und Weise wie sie sterben will, aber sie kämpft um ihr Leben! - wild entschlossen sich einen Platz auf dieser Welt zu erobern: „Der Abgrund zerrt an mir, aber ich bin stärker. (...) Ich bin das Kind.“

Wolfgang Herrndorf, 1965 in Hamburg geboren, schreibt mit „Bilder deiner großen Liebe“ gegen die Angst an. 2010 hat man bei ihm einen bösartigen Hirntumor diagnostiziert, am 26. August 2013 setzt er am Ufer des Hohenzollernkanals in Berlin seinem Leben ein Ende. Mit seiner Krebserkrankung beginnt Herrndorf sein Tagebuchblog „Arbeit und Struk- tur“. Der Literaturkritiker Michael Maar schreibt darüber: Es gibt in der Geschichte der Ta- gebücher nichts, was ihm gleich käme an Takt, Wärme, dunklem Witz, Sarkasmus und stil- lem Grauen. Für Tschick erhält Herrndorf 2011 den Clemens von Brentano Förderpreis der Stadt Heidelberg sowie den Deutschen Jugendbuchpreis, 2012 wird er mit den Hans Fal- lada Preis ausgezeichnet. Bilder deiner großen Liebe“ ist sein berührendes Vermächtnis.

Herrndorfs Poesie ist pur und direkt, unendlich traurig und berückend schön - Frankfurter Rundschau

Isa ist so verrückt wie Büchners Lenz, so verloren wie Robert Walsers Jakob von Gunten, so empfindsam und kalt wie Camus’ Fremder. (...)

Herrndorf hat sich in seinen letzten Lebensmonaten mit der verlorenen und wilden Isa seinen Schutzengel erschrieben. - Iris Radisch, in: DIE ZEIT (Nr.39/2014)[1]

 

 

Isabel Kott

Schauspielerin

ist dem Publikum des Hofspielhaus bereits durch die Produktionen „Die Sphinx von Giesing“ (Re- gie: Stefan Kastner) und „Fräulein Else“ (Regie: Leni Brem) bekannt.

Inzwischen drehte sie mehrere Kurzfilme und spielte u.a., neben der Titelrolle im Musical „Der Kleine Lord“, einer Produktion des a.gon Tourneetheaters, die weibliche Hauptrolle in „Meister und Margarita“ bei KULTURmobil Niederbayern und die Jessica im „Kaufmann von Venedig“ bei den Schlossfestspielen Ettlingen; hinzu kommen zahlreiche freie Projekte in München und Bayern (u.a. Kammeroper München, Altstadttheater Ingolstadt)

„Bilder deiner großen Liebe“ in der Regie von Eos Schopohl ist Isabel Kotts zweites abendfüllen- des Monologstück.

Eos Schopohl

Regie

Von 1970 bis 1985 Engagements als Schauspielerin am Schauspielhaus HH; Schillertheater Ber- lin; Schauspiel Frankfurt, Schauspielhaus Bochum;
1987 Regieassistenz an den Münchener Kammerspielen
Seither viele Inszenierungen: u.a. “Stalin" von Gaston Salvatore mit Peter Radtke und Helmut Stange. ( Münchner Kammerspiele, 1989) Gastinszenierung am experimentellen Theatercenter "El Hanagar" in Kairo (Ägypten) von Peter Handkes "Die Stunde, da wir nichts von einander wussten" in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut (Einladung zum arabischen Tanz -und Theaterfestival 1994).Sowie an freien Theatern in München und Umgebung. Theater Viel Lärm um Nichts, Tor- turmtheater Sommehausen, kleines Theater- Kammerspiele Landshut ; Einladung zum Impulse- Festival 1996 mit der Inszenierung von Shakespeares „Wintermärchen“.

In München hauptsächlich bekannt durch Theaterproduktionen der eigenen freien Theatergruppe FischundPlastik. an ungewöhnlichen Orten mit Unterstützung des Kulturreferats München. AZ- Stern des Jahres 1996 für die Produktion „Gedeckte Tische – eine Reise mit Gorkis Sommergäs- ten“ im alten Giesinger Bahnhof;. ...in jüngster Zeit 2010/2011“Fenster in der Nacht" ein weit ge- spannter Bogen über Flucht und Heimat mit einem internationalen Darstellerensemble im Haus 19 der Bayernkaserne München. und kürzlich „Die Wellen_oder die Suche nach dem verlorenen Ich" nach dem Roman von Virginia Woolf im Gelände der Dachauerstraße und der großen Halle im MUCCA.

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