Zukunft Kultur e.V.

PREMIERE

West-Östlicher Divan

Preise:
Eintritt: 27,00 Euro
Ermäßigung: 22,00 Euro


Umrahmt wird der Abend von Gerüchen und Geschmäckern einer anderen Welt: Familie 
Kanaieh entführt, inspiriert vom freundschaftlichen Aufeinandertreffen der westlichen und arabischen Welt, die Besucherinnen und Besucher noch auf eine ganz andere Weise in das Fremde und Nahe.Der Abend wird dabei von fernöstlichen Köstlichkeiten begleitet, wodurch es nicht nur neue Eindrücke zu sehen, sondern auch zu schmecken gibt.  

weitere Termine: 

09. November, 20:00 

10. November, 11:00 (Matinée)

 

Karten


mit kulinarischen fernöstlichen Köstlichkeiten 

Schüler und Studenten: 15€ 

 

Cornelia Lanz - Mezzosopran 

Yukiko Naito-Fendrich - Klavier 

Walaa und Wissam Kanaieh - Gesang 

sowie Oud und Qanun 

 

West-östlicher Divan 

1819, vor genau 200 Jahren, veröffentlichte Goethe seinen "West-östlichen Divan" erstmals bei der Cotta‘schen Verlagsbuchhandlung Stuttgart – und es sollte zu einem der berühmtesten Gedichtbücher der Welt werden. In Zeiten, in denen die islamische Welt kaum noch als Kulturraum wahrgenommen wird, sondern eher als unmenschlich und kulturfeindlich unter Generalverdacht steht, ist es besonders wichtig, den von Goethe und anderen begonnenen Dialog zwischen westlicher und östlicher Poesie fortzusetzen. Denn Dichtung kann Kulturen einander näher bringen, indem Verständnis, Respekt und sogar Bewunderung an die Stelle der verbreiteten Furcht vor dem jeweils Fremden treten. Poesie als Brücke zwischen den Kulturen ist eine leise Kunst, wirkt aber nachhaltig. In Verbindung mit Musik und Kulinarik entwickelt sich diese Wirkung noch viel stärker, den Zuschauern wird in der Verbindung der Sinne eine Welt näher gebracht, die ihnen eine Sichtweise öffnen soll, die bisher unbekannt war. 

Die Geschichte 

Zur Entstehungsgeschichte des „Divan“ gibt es ein Detail, das nicht so bekannt ist: Vom 12. August bis zum 18. September 1815 wohnt Goethe bei dem Ehepaar Willemer, zumeist auf deren Landgut, der Gerbermühle am Main. Der Mann ist ein älterer Bankier, der vor kurzem Marianne, eine lebenssprühende junge Frau geheiratet hat. Es ist eine Reihe von festlichen Tagen für den alten Dichter. Abends singt Marianne zur Gitarre und Goethe liest Liebesgedichte an Jussuf und Suleika vor - das Liebespaar in seiner west-östlicher Liedersammlung, die er indessen fleißig vermehrt. Goethe entgeht es nicht, dass Marianne neben anderen Gaben auch ein poetisches Talent hat. Zwischen den beiden entwickelt sich ein chiffriertes Liebespiel, versteckt in Zitaten des persischen Dichters (vgl. dazu Vollmondnacht). So ergibt sich ein zauberhaftes Geflecht von intimen, wechselseitig aufeinander verweisenden Motiven, die der Freundeskreis nicht entziffern kann. Ein Zwiegespräch, das mit Goethes Rückkehr nach Weimar aufhört. Er muss fliehen. Der Hof und seine Frau Christiane warten auf ihn.  

Walaa und Wissam Kanaieh lesen gemeinsam mit Lisa Suleimani auf Arabisch aus dem „Sonnengesang des Echnaton“, dem „Gilgamesch-Epos“, dem Buch Jesaja und der Klage um Tammuz. Begleitet werden sie von Maged Kildan am Kanun, dem arabischen Hackbrett und Kildan Maged an der Oud, der arabischen Laute. 

Christiane Brammer rezitiert die Übersetzung dieser Meisterwerke und liest aus dem Briefwechsel von Goethe und Marianne Wilmer.  

Cornelia Lanz und Yukiko Naito-Fendrich ergänzen dieses Programm durch ausgewählte Lieder aus diesem Zusammenhang von Schubert, Schumann, Wolff und R. Strauss.

Die besondere Verführung der Sinne und das Aufeinandertreffen der verschiedenen Kulturen an drei Abenden sind nach „Orfeo – Eine transkulturelle Oper“ das neue Projekt von Zukunft Kultur e.V. im Hofspielhaus München. 

 

Cornelia Lanz: 

(c) Holger Borggrefe

Die international gefragte Gesangssolistin Cornelia Lanz war u. a. an folgenden Orten zu hören: Württembergisches Staatstheater Stuttgart, Tonhalle Zürich, Radialsystem Berlin, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Prinzregententheater München, Liederhalle Stuttgart sowie bei den Schlossfestspielen in Ludwigsburg und beim Europäischen Kirchenmusikfestival in Schwäbisch Gmünd. Sie arbeitete mit Orchestern wie dem Staatsorchester Stuttgart, Stuttgarter Symphoniker, Zürcher Kammerorchester, Kammerorchester der Münchner Philharmoniker, Berliner Symphoniker, L’Arte del Mondo, Kurpfälzisches Kammerorchester Mannheim, Hassler Consort und L’arpa festante. Die Staatsoper Stuttgart, das Landestheater Schleswig-Holstein und das Theater Nordhausen engagierten Cornelia Lanz. 

Die Mezzosopranistin beschloss ihr Studium „Künstlerische Ausbildung Gesang“ an der Musikhochschule Stuttgart. Hier und an der Manhattan School of Music New York studierte sie, unterstützt durch ein Stipendium der Landesstiftung Baden-Württemberg, Gesang.  Sie legte ihre Staatsexamina mit Referendariat in Schulmusik mit den Schwerpunkten Violine und Dirigieren abCornelia Lanz ist Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes. Sie erhielt den Bruno-Frey-Preis, den Förderpreis Kultur des Landkreises Biberach, den Zonta Kunst- und Kulturaward Oberschwaben und war Finalistin im Wiener Nico-Dostal Operettenwettbewerb. Im Opernfach singt sie die lyrischen Mezzopartien von Glucks Orfeo über Mozarts Dorabella bis Bizets Carmen. 

Beim Klassiklabel Animato durfte sie die Händeloper Oreste in der Titelrolle einsingen, bei Hänssler erschien ihr Lied-Debut-Album. Aktuell leitet, initiiert und singt sie mit ihrem neugegründeten Verein Zuflucht Kultur e. V. die medial vielbeachteten Produktion von Mozarts Cosi fan tutte“ und „Zaide. Eine Flucht und Idomeneo mit syrischen Flüchtlingen. Das ZDF-Programm „Die Anstalt“ gewann für den Auftritt des von Cornelia Lanz gegründeten und geleiteten Chores den Grimme-Preis und den Amnesty Menschenrechtspreis. Der Chor erregte international Aufsehen bis hin zur UNO und Bundespräsident Gauck und zeichnet mitverantwortlich für Willkommenskultur.
Im Hofspielhaus war sie unter anderem für „Orfeo – Eine transkulturelle Oper“ verantwortlich und auf der Bühne gestanden. 

 www.cornelia-lanz.com 

 

Walaa Kanaieh kam vor gut zwei Jahren von Syrien nach Deutschland. Sie wuchs mit den Sprachen Französisch und Arabisch auf und spricht sehr gut Englisch. Ihr großes Sprachtalent möchte sie beruflich einsetzen und in einem Studium in Deutschland weiterbilden. Sie traf Cornelia Lanz beim Welcome Café der Münchner Kammerspiele und ist seitdem bei Projekten von Zuflucht Kultur in tragenden Rollen auf der Bühne. Ihre Motivation: Indem sie ihre Geschichte auf der Bühne und in einem freien, friedlichen Land erzählt, lernt sie, besser mit ihrer Vergangenheit umzugehen. 

Wissam Kanaieh kam direkt nach ihrem Abitur nach Deutschland, zusammen mit ihrem Vater und ihrer Schwester Walaa. Ihre Mutter floh nach Paris, ihr Bruder nach Brüssel. Sie spricht fließend Arabisch, Französisch und Englisch und liebt andere Sprachen und andere Kulturen. Sie strebt eine Ausbildung zur Erzieherin an. Mit ihrer wunderbaren Stimme tritt sie bei Konzerten von Zuflucht Kultur mit arabischen Solos auf und gibt Workshops in Schulen, Flüchtlingsheimen und Universitäten. Sie betont stets das große Glück, ihre Gedanken in Deutschland frei äußern zu können und appelliert für Frieden, Völkerverständigung und Frauenrechte. 

 

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