Dr Heribert Illig, Inge Rassaerts und Johannes Glötzner

Wien um 1900

Preise:
Eintritt: 16,00 Euro
Ermäßigung: 11,00 Euro

 

Sonntag, 08.07. 20:00

Open-Air im Innehof!

Bei schlechtem Wetter Innen im Theaterraum

 

Karten

Wien um 1900, Traum und Wirklichkeit. Eine Collage. Alma Schindler (*1879 in Wien, ✝1964in New York), die Tochter des anerkannten Wiener Malers Jakob Emil Schindler, das schönste Mädchen von Wien, heiratete Gustav Maler, Walter Gropius und Franz Werfel und wurde geliebt von Gustav Klimt, Oskar Kokoschka und Alexander Zemlinsky, den genialsten Männern ihrer Zeit. Ein Bon Mot wird ihr zugeschrieben: „Nichts schmeckt besser als das Sperma eines Genies.“ Nach dem Tod ihres sehr geliebten Vaters heiratete ihre Mutter den Maler Carl Moll, der zusammen mit Gustav Klimt die Wiener Sezession, die Vereinigung bildender Künstler Österreichs, gründete. Die Mitglieder: Josef Maria Olbricht, der Architekt des Sezessionsgebäudes, der Architekt Josef Hofmann und Kolomann Moser gingen in Molls Villa ein und aus und so genoss die heranwachsende, intelligente Schönheit erstmals die Aufmerksamkeit berühmter Männer. Auch Max Burckhard, der jahrelange Direktor des Burgtheaters war Gast im Hause und förderte Almas Interesse an Literatur, Nietzsches Philosophie schmiedete die beiden zusammen. Dessen Satz: „Wer fällt, den soll man auch noch stoßen“, wurde Almas Lebensmotto unter dem viele ihrer erfolglosen Bewunderer zu leiden hatten. Alma begann selbst zu komponieren und hatte großes Talent. Ihr Lehrer Alexander Zemlinsky, der ihr ambivalentes Wesen durchschaute, meinte, sie solle entweder komponieren oder in Gesellschaft gehen. Sie tat Letzteres. „Ich habe ein Ziel, mein Glück für das eines anderen zu opfern und vielleicht dadurch glücklich zu werden.“

Sie war eine aufregende Frau und Muse: „Jeder Mensch kann alles, aber er muß zu allem bereit sein“, und wenn man sich mit ihr beschäftigt, ersteht das Wien der Jahrhundertwende in voller Pracht und zum Greifen nah.

Peter Altenberg wurde als Richard Engländer als Sohn einer wohlhabenden Wiener Kaufmannsfamilie in Wien geboren. Nachdem er verschiedene Studien abgebrochen hatte, diagnostizierte der Psychiater Ludwig Schlager die Unfähigkeit Altenbergs den Normen eines Lebens der Mittelschicht zu entsprechen - er litt an einer Übererregbarkeit des Nervensystems - und so begann Altenberg das Leben eines Bohemiens zu führen, verkehrte in Varietés, Theatern und vor allem im Kaffeehaus. Im Café Griensteidl war er Stammgast, wohin er sich auch die Post schicken ließ, später saß er im Café Central wo er nicht selten verlautete: „Ich habe gerade mein ganzes Geld auf die Bank getragen, kann mir jemand den Kaffee zahlen.“ Er sitzt jetzt auch dort als Statue an einem kleinen Marmortischchen. Er verkehrte mit Schriftstellern der Gruppe Jung Wien, unter anderem mit Egon Friedell, Felix Salten und Alfred Polgar, und dichtete den Sketch: Hast du Sorge, sei es diese, sei es jene...ins Kaffeehaus.

Er ist ein unvergessener, großer Dichter aus Wien um 1900.

Zeitvertreib mit Stil, das ist wofür die Wiener Kaffehäuser berühmt sind. Im Kaffeehaus wird aus der Langeweile des Wartens ein kulturelles Ereignis. Dr. Egon Friedells Werk wird durch Dr. Heribert Illig nahegebracht, der über Friedell promovierte und sich mit chronologischen Problemen beschäftigt (sein bekanntestes Werk: „Das erfundene Mittelalter“, 22 Auflagen). Die dem Hofspielhaus besonders verbundene, durch ihre Welttourneen bekannte Schauspielerin und Buchautorin Inge Rassaerts zeigt sich als Alma Mahler-Werfel. Peter Altenberg wird verkörpert durch Johannes Glötzner, Gymnasiallehrer für Mathematik, Ethik, Informatik etc., der zugleich sein Leben lang als "Diogenes" die Literatur sucht, präsentiert und bereichert. Alle drei gehören zu den Gräfelfinger Gelegenheitsschreibern.

Die Künstler:

 

Inge Rassaerts

geboren in Wien, Ausbildung am Reinhardt-Seminar. Feste Engagements am Theater in Josephstadt Wien, am Düsseldorfer Schauspielhaus, an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main und bei den Heppenheimer Festspielen. Gründungsmitglied der "Brücke - Deutsches Ensemble für Übersee", mit dem sie 13 Jahre Gastspiele in der ganzen Welt gab. Zahlreiche Tourneen, musikalische und literarische Programme. In München engagiert am Volkstheater und im Bayrischen Hof.

 

 

 

 

 

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