Irgendjemand wartet immer

Ein Theaterstück von Barbara Hordych und Erhard Dietl

Premiere am 28.03.2023 weitere Termine: 01.04., 02.04., 14.04., 15.04. & 04.05. siehe Spielplan

Eine Frau wartet an einer Bushaltstelle. Fast jeden Tag. Ein Mann wartet an einer Bushaltestelle. Fast jeden Tag. Was beide nicht wissen: Im Haus gegenüber wohnen ein Mann und eine Frau, die heimlich Fotos machen. Guido fotografiert jeden Tag zur gleichen Zeit die Frau, die er nicht kennt und die Lisa heißt. Und Agnes knipst den ihr unbekannten jungen Mann namens Victor. 11 Monate und 9 Tage lang geht das gut. Dann aber erfahren Lisa und Victor zufällig von den heimlichen Aufnahmen. Und sie beschließen, aus dem Bild herauszutreten.

Barbara Hordych und Erhard Dietl führen diese beiden Szenen parallel. Es wechseln die Personen, aber die Frage bleibt die gleiche: Ist uns der bloße Blick, der sich an ein Objekt haftet und es nach seinen Wünschen formt, schon lieber geworden als die körperliche Begegnung, die menschliche Auseinandersetzung? Guido und Agnes wollen ihre Fotomotive überhaupt nicht kennenlernen, sie sollen so unschuldig bleiben wie auf dem anonymen Bild, offen für jedwede Interpretation; Victor und Lisa fühlen sich zwar irgendwie missbraucht, können aber selbst nicht genau sagen, wodurch. Die Gespräche der beiden Paare bleiben voller Missverständnisse, die Projektion ist zerstört.

Im medialen Zeitalter glauben wir, all die Promis oder Royals schon beinahe zu kennen, so oft flirren ihre Bilder über die Bildschirme und flattern uns gedruckt ins Haus. Und auch wir selbst können jederzeit und überall eine Kamera zücken, einen Filter übers Bild legen und den Ausschnitt so wählen, dass wir wie eine Kunstfigur vom Selfie herunterlächeln. Bilder verlassen uns nicht, sie sind nie anders, als wir sie zeichnen, sie geben keine Widerworte, sie erfüllen jeden Traum. Wenn der reale Mensch aber plötzlich an der Tür klingelt, bekommt das Bild Risse.


Mit Carina Bernrieder, Dionysus Opoku, Leon Sandner, Ricarda Verena Wimmer,
Regie und Dramaturgie: Livia Schoeler
Bühne: Sabine Burchard

Verlag: Chronos Theatertexte


Barbara Hordych
Barbara Hordych hat Germanistik, Sprachwissenschaft und Mittelalterliche Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf studiert. Im Anschluss war sie für die ARD als Drehbuchautorin tätig sowie als Lehrbeauftragte für Drehbuchschreiben an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sie hat zwei bereits erwachsene Kinder, lebt in München und arbeitet seit 2008 als Journalistin für die Süddeutsche Zeitung. Heute ist sie dort Redakteurin im Ressort Kultur. 2021 erhielt Barbara Hordych den Dietrich-Oppenberg-Medienpreis 2021.

Erhard Dietl
Erhard Dietl lebt als freier Schriftsteller und Illustrator in München. Er hat über 100 Kinderbücher veröffentlicht, mit großem nationalem und internationalem Erfolg. Zu seinen erfolgreichsten Figuren gehören die anarchischen Olchis. Seine Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. von der „Stiftung Buchkunst“, und mit dem Österreichischen- sowie dem Saarländischen Kinder- und Jugendbuchpreis geehrt.

Carina Bernrieder
Carina Bernrieder ist 2000 in München geboren. Aufgewachsen im bayrischen Oberland, entdeckte
die junge Schauspielerin schon zu Schulzeiten die Bühne für sich und bewarb sie sich daraufhin mit
16 Jahren an verschiedenen Schauspielschulen. Im Oktober 2020 absolvierte sie ihre Ausbildung an
der Neuen Münchner Schauspielschule. Auch während der Ausbildung war sie schon in
verschiedenen Stücken zu sehen, wie bspw. 2017 in „Schöne Bescherungen“ von Alan Ayckbourn
oder 2019 in „Furcht und Elend des dritten Reiches“ von Bertolt Brecht „. Nach ihrer Ausbildung ist
sie nun in der freien Scene tätig und stand so 2021 für den Kurzfilm „Endzeittage“ unter der Regie
von Felicitas Darschin vor der Kamera. Seit 2022 spielt sie in vielen verschiedenen Branchen ihre
Talente aus. So ist sie zum Beispiel in der Netflixshow „Rebel Cheer Squad“ oder in dem
Computerspiel „Todgeschwiegen“ als Sprecherin zu hören und als Schauspielerin in der freien
Gruppe „Theater im Zwielicht“ tätig. In diesem Jahr übernahm sie auch ihre erste Regieassistenz in
der Pasinger Fabrik für das Stück „Frau Luna“ unter der Regie von Franziska Reng und hat nun im
Hofspielhaus München Fuß gefasst.

Dionysus Opoku
Dionysus Opoku wurde 1998 in München geboren. Er absolvierte seine Schauspiel- und Regie Ausbildung 2022 am FestSpielHaus München, an dem er auch erstmals in professionellen Stücken mitwirkte. Unter anderem spielte er Caliban in Shakespeares “Der Sturm”, den Erzähler in “Die Maske des Roten Todes” und einen Zwerg in einer Fassung von “Schneewittchen”.

Leon Sandner
Erste professionelle Schauspielerfahrungen machte Leon Sandner 2014 im FestSpielHaus München, wo er u.a. für die YORICK’S COMPANY in „Faust – Fahr zur Hölle“ und im Kindertheater im Festpielhaus in „Ritter Donschi baut eine Burg“ jeweils den Titelhelden gab. 2017 begann er die Ausbildung an der Neuen Münchner Schauspielschule. Für die französische Partnerschule „La Companie maritime“ in Montpellier spielte er auf französisch den Monsieur de Pourceaugnac im gleichnamigen Stück von Molière. 2019 feierte der Schauspieler, als Teil des Theaterkollektivs „Theater im Zwielicht“, die Uraufführung des selbstverfassten Bühnenstücks „La vie immortelle“ im Peppertheater.
Im Mai 2020 erhielt Leon Sandner den Abschluss der Bühnenreife. Im Frühjahr 2021 stand er als Jean für sein verspätetes Abschlussstück „Fräulein Julie“ auf der Bühne. Im Sommer 2021 spielte er für die mobile Bühne des Bellevue di Monaco in dem Stück „Zauberflöte – Commedia in Movimento“ unter der Regie von Jaume Villalba. Außerdem ist Leon Sandner mit eigenen Comedy-Texten auf den OpenMic-Bühnen Münchens
unterwegs. 2016 gewann er den Nachwuchspreis des Wettbewerbs Kabarettkaktus.

Ricarda Verena Wimmer
2018 begann die gebürtige Münchnerin Ricarda Verena Wimmer ihre Ausbildung an der Neuen Münchner Schauspielschule. Dabei stand sie bereits für das ZDF vor der Kamera und hatte eine durchgehende Rolle bei der Amazon Prime Serie „Luden“. 2021 wurde sie für ihre Interpretationen der Rolle des Adams („Der zerbrochne Krug“ – Kleist) sowie der der Nutte aus der Heilanstalt („Nur Kinder, Küche, Kirche“ – Fo) beim Lore-Bronner-Preis für Nachwuchsschauspiel ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt sie die Bühnenreife. 2023 war sie neben Fernsehdrehs als Sprecherin bei der Bayerischen Blindenhörbücherei tätig und verkörperte zuletzt die Rolle der Adela in „Bernarda Albas Haus“ am Stadttheater Weilheim.

Livia Schoeler
Studium der „Szenischen Künste“ (Diplomabschluss 2010) mit Schwerpunkt Theaterregie, Performance und Komposition für Schauspielmusik an der Universität Hildesheim. (Dozenten: Sebastian Nübling, Stefan Pucher, Kay Voges, Jan Gehler, Thomas Lang, Mieke Matzke, Melanie Hinz). Gesangsausbildung in Jazz/Rock/Popgesang. Engagements als Regisseurin, Schauspielerin, Performerin, Komponistin für Schauspielmusik, Sängerin, Dramaturgin und Theaterautorin an Staats- und Stadttheatern sowie an freien Spielstätten. (u.A. Deutsches Theater Göttingen, Nationaltheater Mannheim, HAU Berlin, Theater Basel, Vorstadt Theater Basel, Stadttheater Hildesheim, Theaterhaus Hildesheim, FFT Düsseldorf, LOT Theater Braunschweig, LOFFT Leipzig, Theater Roxy Birsfelden (CH) Junges Theater Rosenheim) . Gründungsmitglied des Theaterkollektivs Meet Roy. Ensemblemitglied der Performance-Kollektive Turbo Pascal, Pulk Fiktion und Cobratheater.cobra. Nominierung für das Körber Studio Junge Regie 2008. Dozentin für Regie und Spielleitung an der Theaterschule Yorick/ Akademie der Darstellenden Künste München. Zur Zeit: Ensemblemitglied des Jungen Theater Rosenheim.

Sabine Burchard
Sabine Burchard schloss 2022 mit dem BA in Animation an der Hochschule Luzern – Design & Kunst ab. Ihr Abschlussprojekt umfasste die Installation „Taferna“, das Schattenspiel „Stockalper und d Räuber“ sowie die Visuals für das Live-Konzert von „Queen Symphony“ und die Neukomposition “Märjela” in Zusammenarbeit mit dem Blasorchester Stadtmusik Saltina Brig.

Weitere Projekte, an denen sie mitwirkte, waren die Co-Autorenschaft des idents „Turned On“ für Adult Swim (2021), die Animation für das IlluArt Festival im Innenhof des Landesmuseums in Zürich (2021), Konzert Visuals für die „Büezer Buebe“ im Stadion Letzigrund in Zürich (2022) sowie die Animation für die Eröffnungsfeier von Gamers8 Esports in Ryadh (2022) und die Installation „Windows of the Seasons“ am IlluminArt Lichtfestival in Richterswil (2022).

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